CDU kritisiert Stillstand bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs an der Förderschule Ilten
Die Förderschule Im Großen Freien in Ilten wird den ab dem Schuljahr 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztag nicht erfüllen können. Dies geht aus der Antwort auf die CDU-Anfrage in der Regionsversammlung hervor. Die CDU-Regionsfraktion kritisiert den Stillstand und ist fassungslos über die Bilanz, die die rot-grüngeführte Regionsverwaltung der neuen Dezernentin, Isabella Gifhorn, hinterlassen hat.
„Es ist unbegreiflich, wieso der ehemalige sozialdemokratische Schuldezernent die Umsetzung des Rechtsanspruches an den Förderschulen so stark sabotiert hat“, befindet Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Regionsfraktion und schulpolitischer Sprecher. Die Antworten der Regionsverwaltung auf die Anfrage zur Zukunft der Förderschule Im Großen Freien in Ilten. Sie dokumentieren nicht nur jahrelangen Stillstand von 2021 bis 2025, sondern offenbaren ein massives Organisations- und Führungsversagen beim Thema Ganztag und Schulentwicklung.
Noch am 10. November 2025 erklärte die Regionsverwaltung offiziell, dass an der Förderschule Im Großen Freien zum Schuljahr 2026/2027 kein Ganztagsbetrieb möglich sei. Nur drei Wochen später stellte dieselbe Verwaltung plötzlich einen Antrag auf Einführung einer Ganztagsschule – obwohl sich an den tatsächlichen Bedingungen vor Ort nichts geändert hat.
Die Region gibt inzwischen selbst zu, dass die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztag nicht vorhanden sind. Ein Datum für den Neubau der Schule im Schulzentrum Lehrte Süd existiert allerdings noch nicht. „Die Stadt Lehrte wird als Jugendhilfeträger nun den Eltern ein Angebot für eine Interimslösung machen. Das produziert mehr Verwaltungsaufwand, Kosten und keine Lösung im Interesse der Kinder, weil Gruppen möglicherweise zerrissen werden“, ärgert sich auch die lokale Landtagsabgeordnete Heike Koehler.
Besonders alarmierend ist: Statt partnerschaftlicher Zusammenarbeit herrschen Intransparenz, Verzögerung und Verantwortungsverschiebung. Die Regionsverwaltung verlangt von der Schule Ganztagskonzepte, obwohl zentrale Entscheidungen und Voraussetzungen durch die Region selbst seit Jahren nicht geschaffen werden.
„Die Regionsverwaltung versucht offenbar, den gesetzlichen Anspruch auf dem Papier zu erfüllen, obwohl sie selbst einräumt, dass die Voraussetzungen vor Ort gar nicht vorhanden sind. Das ist keine verantwortungsvolle Bildungspolitik, sondern reine Symbolpolitik zulasten von Kindern mit Förderbedarf und ihren Familien“, urteilt Schlossarek.
Weiter erklärt der Fraktionsvorsitzende: „Besonders schwer wiegt der Vertrauensverlust gegenüber der Schule. Wer grundlegende Entscheidungen trifft, ohne die betroffene Schule vorher einzubinden, zeigt ein erschreckendes Verständnis von Zusammenarbeit. Eltern und Lehrkräfte erwarten zu Recht Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und einen klaren Plan statt Ausreden und Verschiebungen. Damit sind der neuen Dezernentin für Schulen und Baumanagement riesige Steine in den Weg gelegt worden.“
Koehler und Schlossarek sind sich einig: Die Regionsverwaltung muss jetzt endlich ehrlich darlegen, wie die rechtssichere Ganztagsbetreuung ab 1. August 2026 konkret gewährleistet werden soll, wie lange die Übergangsphase tatsächlich dauern wird und welche Zukunftsperspektive der Standort Ilten überhaupt noch hat.
Lesen Sie hier eine Anfrage und die Antwort zu dem Sachverhalt.
