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RGZ eröffnet – die offene Frage bleibt: Ist Lehrte im Notfall heute wirklich besser versorgt?

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Regionalen Gesundheitszentrums (RGZ) in Lehrte ist ein neues Kapitel für den Gesundheitsstandort Lehrte aufgeschlagen worden. Die CDU-Regionsfraktion begrüßt ausdrücklich jedes zusätzliche medizinische Angebot für die Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig mahnt sie jedoch eine ehrliche Bilanz der Notfallversorgung an.

 

„Das Regionale Gesundheitszentrum ist eröffnet. Jetzt muss offen darüber gesprochen werden, was es leisten kann – und was nicht. Das RGZ kann eine sinnvolle Ergänzung der ambulanten Versorgung sein. Es ist aber kein Krankenhaus und verfügt nicht über eine stationäre Notfallversorgung. Genau deshalb müssen wir uns die Frage stellen, ob die Menschen in Lehrte heute im Notfall tatsächlich genauso gut versorgt sind wie vor der Schließung des Klinikums“, erklärt der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion und Lehrter Regionsabgeordnete, Bernward Schlossarek. Nach Angaben der Klinikum Region Hannover GmbH umfasst das neue RGZ ambulante medizinische Angebote, ein ambulantes Operationszentrum sowie zehn pflegerisch geführte Betten für Patientinnen und Patienten, die vorübergehend überwacht oder versorgt werden müssen. Eine klassische stationäre Krankenhausversorgung findet in Lehrte jedoch nicht mehr statt.

 

Die Antworten der Regionsverwaltung auf mehrere Anfragen der CDU-Regionsfraktion zeigen, wie grundlegend sich die Notfallversorgung seit der Schließung des Klinikums verändert hat. Während im Jahr 2022 noch 1.476 Notfallpatientinnen und Notfallpatienten in das Klinikum Lehrte eingeliefert wurden, war es 2025 nur noch ein einziger Fall. Gleichzeitig stieg die Zahl der Transporte nach Großburgwedel, Hannover und insbesondere nach Peine deutlich an. Allein die Einlieferungen in das Kreiskrankenhaus Peine erhöhten sich von 159 Fällen im Jahr 2022 auf 841 Fälle im Jahr 2025. Inzwischen wird nahezu jeder fünfte Notfallpatient aus Lehrte in ein Krankenhaus außerhalb der Region Hannover transportiert. „Die Eröffnung des RGZ ändert nichts an diesen Fakten. Die Notfallversorgung der Lehrter Bevölkerung findet heute überwiegend außerhalb der Stadt statt. Das ist die unmittelbare Folge der Schließung des Krankenhauses und muss bei jeder Bewertung der Versorgungslage berücksichtigt werden“, so Schlossarek.

 

Besonders kritisch bewertet die CDU-Regionsfraktion die Entwicklung bei den Hilfsfristen. Nach Angaben der Regionsverwaltung wurden im Versorgungsbereich Lehrte/Sehnde im Jahr 2025 lediglich 91,9 Prozent der Einsätze innerhalb der Hilfsfrist erreicht. Die angestrebte gesetzliche Zielmarke von 95 Prozent in 15 Minuten wird damit weiterhin deutlich verfehlt. Hinzu kommen längere Transportwege und eine stärkere Belastung des Rettungsdienstes. Die durchschnittliche Einsatzdauer der Rettungswagen ist gestiegen, und immer häufiger müssen benachbarte Rettungsdienstbereiche unterstützen. Allein 2025 wurden 152 hilfsfristrelevante Einsätze im Bereich Lehrte durch Rettungsmittel benachbarter Träger übernommen.

 

„Wer behauptet, die Schließung des Klinikums habe keine Auswirkungen auf die Notfallversorgung gehabt, kann diese Zahlen nicht erklären. Die Patientenströme haben sich massiv verändert und die Rettungsdienste müssen heute deutlich längere Wege zurücklegen“, erklärt Schlossarek.

 „Die Region spricht von einer ausreichenden Versorgung. Gleichzeitig werden die eigenen Zielwerte bei den Hilfsfristen seit Jahren nicht erreicht. Das ist ein Widerspruch, den man nicht einfach wegdiskutieren kann. Wer Vertrauen schaffen will, muss die tatsächliche Lage offen benennen“, so Schlossarek weiter.

 

Die CDU-Regionsfraktion fordert deshalb, die Auswirkungen der Krankenhausschließung und die Entwicklung der Notfallversorgung weiterhin transparent zu dokumentieren. Dazu gehören insbesondere die Entwicklung der Hilfsfristen, die Transportwege, die Verfügbarkeit von Rettungsmitteln sowie die zunehmende Verlagerung von Patienten in Kliniken außerhalb der Region Hannover. „Wir wünschen dem neuen ambulanten Regionalen Gesundheitszentrum einen erfolgreichen Start. Die Eröffnung darf aber nicht dazu führen, dass die Debatte über die Notfallversorgung für beendet erklärt wird. Die Menschen in Lehrte haben Anspruch auf eine ehrliche Bewertung der tatsächlichen Versorgungssituation und nicht auf politische Beruhigungspillen aus dem Regionshaus – und auf die Gewissheit, dass bestehende Probleme nicht hinter neuen Schildern und neuen Namen verschwinden“, betont Schlossarek abschließend.

CDU-Fraktionsgeschäftsstelle

Hildesheimer Straße 20
30169 Hannover

Tel.: 05 11/ 616- 2 21 90

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