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Mehr als jeder zweite Notfallpatient verlässt die Region – CDU fordert Kurswechsel bei der Notfallversorgung in Springe

Die CDU-Regionsfraktion ist angesichts der Entwicklung der Notfallversorgung im Raum Springe beunruhigt. Aus der Antwort der Regionsverwaltung auf eine Anfrage von Bernward Schlossarek zur Leistungsfähigkeit der Notfallversorgung geht hervor, dass die gesetzliche Hilfsfrist weiterhin verfehlt wird, immer mehr Notfallpatienten in Krankenhäuser außerhalb der Region Hannover transportiert werden und gleichzeitig wesentliche Steuerungsdaten nicht ausgewertet werden. „Die Regionsverwaltung vermittelt den Eindruck, alles sei in bester Ordnung. Die eigenen Zahlen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Wer eine Hilfsfrist von nur 91,91 Prozent erreicht, mehr als die Hälfte seiner Notfallpatienten außerhalb der Region versorgt und gleichzeitig auf zentrale Auswertungen verzichtet, sollte nicht von Entwarnung sprechen, sondern Handlungsbedarf erkennen“, erklärt Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Regionsfraktion.

 

Nach Angaben der Regionsverwaltung wurde die Hilfsfrist im Versorgungsbereich Springe im Jahr 2024 lediglich in 91,91 Prozent der Einsätze eingehalten. Die niedersächsische Bedarfsverordnung sieht dagegen eine Zielquote von 95 Prozent vor. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Anfahrtszeiten bei Notfalleinsätzen von 16,33 Minuten im Jahr 2024 auf 17,14 Minuten im Jahr 2025 (41 Sekunden länger). Besonders kritisch bewertet die CDU-Regionsfraktion die zunehmende Abhängigkeit der Notfallversorgung von Krankenhäusern in benachbarten Landkreisen. Im Jahr 2025 wurden bereits 56,77 Prozent aller Notfallpatienten aus dem Versorgungsbereich Springe in Kliniken außerhalb der Region Hannover transportiert. Allein das Sana Klinikum Hameln nahm 870 Patienten aus Springe auf, während das KRH Klinikum Robert-Koch Gehrden nur noch 609 Patienten versorgte.

 

„Zehn Jahre nach der Schließung des Krankenhauses Springe zeigt sich immer deutlicher, dass die Notfallversorgung im Südwesten der Region Hannover in erheblichem Umfang von den Kapazitäten der Nachbarlandkreise abhängt. Solange dort ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, mag dieses System funktionieren. Die Regionsverwaltung muss aber beantworten, wie belastbar diese Struktur in Zukunft noch ist“, so Oliver Groseck, Springer Regionsabgeordneter der CDU-Regionsfraktion. Mit besonderem Unverständnis reagiert die CDU-Regionsfraktion auf die Aussagen der Regionsverwaltung zur Datengrundlage ihrer Entscheidungen. Die Verwaltung erklärt einerseits, dass retrospektive Auswertungen der IVENA-Daten zu Klinikabmeldungen und Kapazitätsengpässen nicht möglich seien. Andererseits werden Entscheidungen über die Vorhaltung von Rettungsmitteln und die Bewertung von Einsätzen auf Basis von Daten getroffen, deren Aussagekraft an anderer Stelle selbst als unsicher beschrieben wird.

 

„Die Regionsverwaltung begründet strukturelle Entscheidungen im Rettungsdienst mit Auswertungen der Notrufabfrage. Gleichzeitig wird in den eigenen Unterlagen auf Unsicherheiten und nicht nachvollziehbare Schwankungen dieser Datengrundlage hingewiesen. Wer Rettungsmittel reduziert, muss sich auf belastbare Daten stützen können. Daran bestehen erhebliche Zweifel“, so Oliver Groseck weiter. Die CDU-Regionsfraktion fordert deshalb eine umfassende Analyse der Notfallversorgung im Raum Springe. Dazu gehören eine transparente Auswertung der Ursachen für die verfehlte Hilfsfrist, eine belastbare Untersuchung der Patientenströme sowie eine nachvollziehbare Bewertung der Datengrundlagen, auf denen rettungsdienstliche Strukturentscheidungen getroffen werden.

 

„Die Menschen in Springe erwarten zu Recht eine verlässliche Notfallversorgung. Die vorliegenden Zahlen sind kein Anlass für Selbstzufriedenheit. Sie sind ein Warnsignal. Wer jetzt wegschaut, riskiert langfristig die Versorgungssicherheit einer ganzen Region“, erklärt Bernward Schlossarek abschließend.

CDU-Fraktionsgeschäftsstelle

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Tel.: 05 11/ 616- 2 21 90

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