Die Region Hannover wird ihre Klimaziele im Schulbereich verfehlen. Den Schluss zieht die CDU-Regionsfraktion aus der kürzlich erfolgten Antwort der Regionsverwaltung. Für den Fraktionsvorsitzenden, Bernward Schlossarek, ist das leider keine Überraschung. Dieser warnte schon lange: Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei der Umsetzung seit langem weit auseinander. Dies hat auch zunehmend gravierende finanzielle Folgen.
„Die Region Hannover hat sich viel vorgenommen, aber an unseren berufsbildenden Schulen (BBSen) passiert sichtbar viel zu wenig“, erklärt Schlossarek, Fraktionsvorsitzender und schulpolitischer Sprecher. „Wenn die Regionsverwaltung selbst einräumt, dass Klimaneutralität bis 2035 kaum erreichbar ist, dann ist das nichts anderes als ein Offenbarungseid“, so Schlossarek weiter.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Energiekosten an den BBSen sind in den vergangenen fünf Jahren massiv gestiegen. Während sich die Ausgaben für Wärme von rund 1,1 Millionen Euro im Jahr 2019 auf über 2,2 Millionen Euro im Jahr 2024 mehr als verdoppelt haben (+101 Prozent), stiegen die Stromkosten im gleichen Zeitraum um mehr als 25 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Euro. Insgesamt kletterten die Energiekosten von rund 2,0 auf 3,4 Millionen Euro – ein Anstieg um mehr als 66 Prozent.
„Wir sehen hier die Quittung für jahrelanges Zögern: marode Gebäude, steigende Kosten und verfehlte Klimaziele“, bewertet der Fraktionsvorsitzende die Datenlage. „Das ist weder ökologisch noch wirtschaftlich verantwortbar.“
Gleichzeitig bleibt die Sanierungstätigkeit deutlich hinter dem Notwendigen zurück. In den vergangenen fünf Jahren wurde lediglich an einem Standort – der BBS Burgdorf – eine Dachsanierung umgesetzt. Weitere Maßnahmen befinden sich zwar in Planung, doch an vielen Schulen liegt die letzte energetische Sanierung mehr als zehn Jahre zurück.
Besonders hohe Energiekosten pro Quadratmeter verzeichnen unter anderem die BBS Springe mit rund 24,46 Euro pro Quadratmeter jährlich sowie Standorte der Justus-von-Liebig-Schule mit über 22 beziehungsweise rund 19 Euro pro Quadratmeter. Für die CDU ist dies ein deutliches Indiz für erheblichen energetischen Nachholbedarf.
„Es kann nicht sein, dass einzelne Schulstandorte zu regelrechten Energiefressern werden, weil kaum in die Modernisierung investiert wird“, betont der Fraktionsvorsitzende. „Hier wird – im wahrsten Sinne des Wortes – Geld verbrannt.“
Darum fordert die CDU-Regionsfraktion nun eine klare Kurskorrektur: „Energetische Sanierung darf nicht weiter nur im Windschatten anderer Bauprojekte mitlaufen. Damit verlieren wir nur weiter Zeit“, so Bernward Schlossarek. Die CDU fordert ein eigenständiges, entschlossenes Sanierungsprogramm sowie die stärkere Öffnung bestehender Maßnahmen für den Schulbau.
„So gehen wir auch den Sanierungsstau an, den Rot-Grün die letzten 15 Jahre auf rund eine Milliarde Euro hat ansteigen lassen. Klimaschutz beginnt bei den eigenen Gebäuden – und genau hier hat die Region aktuell ein massives Problem“, so Schlossarek abschließend.
