„Die Region redet sich die Lage schön, wenn sie von einer ‚ausreichenden Versorgung‘ spricht“, so Schlossarek weiter. „Ausreichend heißt hier offenbar: Es funktioniert gerade noch – aber nur, weil andere Regionen mithelfen und die Einsatzkräfte am Limit arbeiten.“
Keine der bestehenden KRH-Kliniken verfügt über geschützte Gebäudeteile oder bunkerähnliche Schutzräume. Gleichzeitig sind auch bei den geplanten Neubauten im Rahmen der Medizinstrategie 2030 bislang keine konkreten Schutzmaßnahmen verbindlich vorgesehen.
Hintergrund ist die unzureichende Vorbereitung deutscher Kliniken auf Krisen- und Verteidigungsfälle sowie die Gefahr gezielter Angriffe auf die medizinische Infrastruktur. Zugleich zeigt die Berichterstattung, dass selbst bei prestigeträchtigen Projekten wie dem Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover entsprechende Schutzmaßnahmen bislang nicht vorgesehen sind und Krankenhausbetreiber sich zu konkreten Planungen zurückhaltend äußern.
Der Berichterstattung der Nordhannoverschen Zeitung vom 03.12.2025 war unter der Überschrift „KRH Großburgwedel-Geriatrie aus Lehrte zieht in Modulbau um“ zu entnehmen, dass zur Verlagerung der Krankenhausabteilungen aus Lehrte weitere provisorischen Bauten notwendig geworden sind. In diesem Kontext wurde für die Unterbringung der Geriatrie aus Lehrte ein modular errichteter Erweiterungsbau am Krankenhausstandort Großburgwedel geschaffen.
„Es wurde in der Regionsversammlung damals emotional und kontrovers diskutiert, aber die Entscheidung, die Voraussetzungen für eine optimale Gesundheitsversorgung zu schaffen, war absolut richtig“, betont Krach. Die Region habe eine Vorreiterfunktion eingenommen.
Die von der Region Hannover einst versprochene Verbesserung der ambulanten Versorgung ist kaum mehr als ein leeres Versprechen geblieben. Der damals ins Leben gerufene Runde Tisch blieb ohne nennenswerte Ergebnisse. Statt spürbarer Verbesserungen für die Bevölkerung gibt es lediglich ein kleines MVZ. Der Rettungsdienst orientiert sich inzwischen Richtung Hameln und Hildesheim – und eben nicht primär nach Gehrden, wie es ursprünglich angekündigt wurde.
Die CDU kritisiert, dass die nach der Schließung des Krankenhauses Springe vor zehn Jahren angekündigte Erweiterung der Notaufnahmekapazitäten in der südlichen Region noch immer nicht umgesetzt wurde. „Die Verantwortlichen dürfen die Probleme nicht länger aussitzen. Wir brauchen endlich Taten, um die Versorgung in Springe nachhaltig zu verbessern“
Zur aktuellen Zwischenbilanz der Geschäftsführung des Klinikums Region Hannover (KRH) zur Umsetzung der Medizinstrategie 2030 äußert sich die Gruppe CDU/FDP in der Regionsversammlung mit deutlicher Kritik. „Die Medizinstrategie 2030 wird als großer Wurf verkauft – doch das KRH gleicht weiterhin einem Patienten, der nur durch regelmäßige, millionenschwere Finanzspritzen der Region Hannover am Leben gehalten werden kann“, so Bernward Schlossarek, Vorsitzender der Gruppe CDU/FDP....